VIKINGS: An Immersive Experience
02 · Über die Ausstellung
Wien
VIKINGS: An Immersive Experience eröffnet am 23. September 2026 in der MARX HALLE in Wien und läuft bis 10. Januar 2027. Die Produktion erzählt die Geschichte von König Ragnar Lodbrok und Königin Aslaug nach nordischer Sagentradition, beginnend mit dem Überfall auf das Kloster Lindisfarne im Jahr 793 - einem der am besten dokumentierten Ereignisse der Wikingerzeit.
Ragnar Lodbrok gilt in den Sagas (u.a. bei Saxo Grammaticus und in der Ragnars saga loðbrókar) als legendärer Wikingerkönig, dessen historischer Kern bis heute diskutiert wird; Aslaug erscheint in der Völsunga-Saga als Tochter des Drachentöters Sigurd und der Walküre Brynhild. Die Ausstellung übersetzt diesen Stoff als sinnliche Erzählung, nicht als Faktendokumentation - wissenschaftlich begleitet (siehe Kritische Einordnung weiter unten).
Die MARX HALLE übernimmt mit dieser Schau die Rolle, die bis Juli 2026 Titanic: The Immersive Experience in derselben Halle gespielt hat: ein Standort, der sich auf große internationale Wanderausstellungen dieser Art spezialisiert hat.
Der rund 90-minütige Rundgang führt durch vier Räume. Am Einlass bekommt jede Person Kopfhörer mit Knochenschall-Übertragung und ein Smartphone, das die Audiospuren an jeder Station automatisch auslöst - freihändiges Gehen durch die Szenerie, ohne dass jemand eine Taste drücken muss.
Im 'Forest of Time' ziehen Nebel und Runensteine die Gruppe aus der Gegenwart; in 'Yggdrasil', dem Weltenbaum, folgt eine VR-Sequenz, die Aslaugs Kindheit und Herkunft als eigene Saga erzählt - laut unabhängigen Rezensionen der technisch aufwendigste und am saubersten produzierte Teil der Ausstellung. Zwischen den Stationen liegen interaktive Touchscreens, auf denen sich historische Wikingerschlachten als Zeitraffer abspielen lassen.
Im 'Cloud Room' löst sich die Orientierung auf: Nebel füllt den Raum, Zeit- und Richtungsanker verschwinden, bevor sich die Szenerie zum eigentlichen Höhepunkt öffnet - dem Langschiff. Dort übernehmen raumhohe Projektionen, Bodeneffekte und ein herabsinkendes Segel, das selbst zur Projektionsfläche wird, begleitet von einer Orchesterpartitur von Studio Kreuzberg mit Ilja Coric.
Besonders der Schiffsraum gilt als sinnlich intensivster Moment der Schau: Manche Besucher berichten von leichter Seekrankheit durch die Kombination aus Bewegungseffekten, Ton und Projektion - ein Effekt, den selbst der wissenschaftliche Berater der Ausstellung ausdrücklich als Qualitätsmerkmal wertet (siehe Kritische Einordnung).
Zur Ausstattung gehören zudem KI-generierte Avatare, mit denen Besucher ins Gespräch treten können - ein Element, das in Rezensionen deutlich gemischter aufgenommen wurde als die übrige Inszenierung.
Produktion & Hintergrund
Produziert wird die Schau von Alegria Exhibition unter der kreativen Leitung von Mitch Sebastian: einem britischen Theaterregisseur und Choreografen mit über 30 Jahren Bühnenerfahrung, der mit 17 erstmals im Londoner Palladium auf der Bühne stand, in zwölf Westend-Produktionen mitwirkte (darunter Cats, Les Misérables und Starlight Express), 2005 bis 2015 künstlerischer Leiter des Kilworth House Theatre war und einen BAFTA für die Animationsserie Yoko! Jakamoto! gewann.
Entwickelt hat die Schau das Studio The Storytelling Company (TSC Originals) mit Büros in Amsterdam, Berlin, Charlotte, München und Zwaag. Art Director Antonia Böhme beschreibt den Anspruch der Inszenierung so: Der erste Schreckmoment solle immer früher kommen, als das Publikum erwartet - lange vor dem eigentlichen großen Reveal am Ende des Rundgangs.
In Großbritannien trat FKP Scorpio Entertainment als Veranstalter auf, in Österreich übernimmt diese Rolle die CreARTive Group - dieselbe Gruppe, die auch das Immersive Center am Donauturm in Wien betreibt. Die Fotodokumentation der Hamburg-Station stammt von Morris Mac Matzen.
Die Tour begann am 5. November 2025 in Halle 7 in Hamburg (bis 1. Februar 2026), lief vom 12. März bis 29. Juni 2026 in der Dock X Canada Water in London - dort als größte immersive Wikinger-Ausstellung Großbritanniens beworben - und erreicht mit der Station in der MARX HALLE nun Wien. Die Erzählung bleibt an jedem Standort gleich, Bühnenbild und Räume werden jeweils neu gebaut.
Ausgezeichnet wurde die Produktion seither mit Bronze für Spatial Design beim CreativePool Annual 2026 sowie bei den Eventex Awards 2026 mit Gold für Bühnenbild und Ton, Silber in der Kategorie Immersive Experience und Bronze für Multisensory Experience.
Wissenswertes zum Ort
Die MARX HALLE selbst hat eine lange Geschichte vor den Wikingern: Das Gebäude ist die ehemalige Rinderhalle des Wiener Zentralviehmarkts St. Marx, errichtet 1879/80 nach Plänen von Architekt Rudolf Frey - in Eisenfachwerk, damals als technische Pionierleistung gefeiert. Die Eröffnung im Januar 1881 fand in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph I. statt.
Ursprünglich maß die Halle 224 mal 175 Meter bei 17 Metern Höhe und bot Platz für 4.000, nach einer Erweiterung 1898 für 6.000 Rinder; sie diente bis zum 31. Dezember 1997 durchgehend als Viehmarkt. Der Bau der Stadtautobahn A23 verkürzte die Halle 1980 und 2003 auf die heutigen rund 175 Meter Länge.
Seit 1997 steht das Gebäude unter Denkmalschutz; ab 1999 begann die Zwischennutzung als Veranstaltungsort, nach einer umfassenden Sanierung 2006/07 läuft der reguläre Betrieb als MARX HALLE seit 2014 - der Pachtvertrag ist bis 2084 gesichert. Im selben Gebäude betreiben Michael Niavarani und Georg Hoanzl seit 2014 das Kabarett-Theater Globe Wien.
Kritische Einordnung
Für die wissenschaftliche Begleitung zeichnet der Wikingerforscher Prof. Dr. Rudolf Simek verantwortlich. Seine Einordnung: 'Eine solche immersive Ausstellung ist etwas ganz anderes als eine sachliche. Es geht um das Erlebnis, es wirkt mehr auf die Sinne als die reine Wissenschaft - ich habe dafür gesorgt, dass wir die Fakten zu 99 Prozent richtig haben.' Dass manche Besucher im Schiffsraum leichte Seekrankheit verspüren, wertet er ausdrücklich als Kompliment an die Produktion: 'Ich finde das faszinierend, und es spricht für die Qualität dieser Ausstellung.'
Kritischer äußert sich Simek zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Inszenierung: 'Für mich ist da fast zu viel KI drin', auch wenn er deren Nutzen für Rekonstruktionen anerkennt. Diese Einschätzung deckt sich mit unabhängigen Rezensionen, die vor allem die KI-generierten Gesprächs-Avatare als 'billig und lieblos' beschreiben - ein deutlicher Qualitätsunterschied zur VR-Sequenz in Yggdrasil und zum 360-Grad-Projektionsraum, die in denselben Rezensionen ausdrücklich gelobt werden.
Einhellig fällt das Urteil zur Zielgruppe aus: Rezensionen empfehlen die Schau vor allem Wikinger-Enthusiasten, VR-Einsteigern und Familien mit Kindern zwischen 10 und 15 Jahren; wer museale Originalobjekte statt Inszenierung sucht, ist in einem klassischen Museum besser aufgehoben. Der rund 30-minütige 360-Grad-Abschnitt wird von manchen erwachsenen Besuchern als etwas langatmig empfunden.
- 23. September 2026 bis 10. Januar 2027, MARX HALLE, Karl-Farkas-Gasse 19, 1030 Wien.
- Anfahrt: U3 bis Erdberg (Ausgang Nottendorfer Gasse, ca. 5 Min.) oder Schlachthausgasse (ca. 8 Min.), Straßenbahn 71 bis St. Marx oder 18 bis Viehmarktgasse.
- So bis Mi 10 bis 20 Uhr, Do bis Sa 10 bis 21 Uhr; letzter Einlass vor Schließung. Dauer rund 90 Minuten.
- Tickets ab 25,90 Euro über Fever, dynamische Preise bis rund 30 Euro je nach Zeitfenster; Kinder unter 6 Jahren frei.
- Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Rudolf Simek.
03 · Impressionen
MARX HALLE
04 · Der Ort
Wien
MARX HALLE
Karl-Farkas-Gasse 19, 1030 Wien
ticketing runs through Fever (https://feverup.com/m/528673); same producer family as the Titanic immersive show previously at MARX HALLE
Quellen05 · Weitere Ausstellungen


